Ware schützen und Müll vermeiden

Unser Ziel „mit weniger Ressourcen mehr erreichen“ gilt auch für unsere Verpackungsentwicklung. Die Verpackungen unserer Konsumentenprodukte erfüllen eine Vielzahl von Funktionen: Sie garantieren die Hygiene und Unversehrtheit der Produkte, schützen sie während Transport und Lagerung und ermöglichen eine problemlose Dosierung und Anwendung. Darüber hinaus muss die Verpackung genug Raum für notwendige Verbraucherinformationen bieten. Gerade bei Kosmetikprodukten, aber auch verstärkt bei Waschmitteln und Klebstoffen spielen das Verpackungsdesign und seine Auffälligkeit im Regal eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Daher arbeiten unsere Verpackungsentwickler kontinuierlich an intelligenten Verpackungsformen, die all diese Leistungen mit kleinstmöglichem Materialeinsatz erbringen. So wollen wir die Menge an Verpackungsabfällen bei den Verbrauchern so weit wie möglich reduzieren.

Unsere Verpackungsziele

Grundsätzlich folgen wir unternehmensweit den drei Prinzipien „vermeiden, vermindern, wiederverwerten“. Um unsere führende Rolle beim Thema Nachhaltigkeit auch in Bezug auf unsere Verpackungsentwicklung auszuweiten, haben wir diesen Ansatz 2011 konkretisiert und umfassende Ziele für die nächsten Jahre definiert. Im Fokus steht weiterhin, Verpackungsvolumen und die eingesetzten Materialmengen zu reduzieren. Dazu gehört auch die Entwicklung von Konzentraten und Nachfüllangeboten für unsere Verbraucher. Wo technisch möglich, wollen wir den Einsatz von recycelten und recycelbaren Materialien für das gesamte Sortiment erhöhen. Dazu setzen wir auf Materialien, für die in den einzelnen Märkten ein öffentliches Recyclingsystem besteht, sowie auf entsprechende Verbraucherinformationen. Beim Einsatz von Papier und Kartonverpackungen aus Frischfasern arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen, um sicherzustellen, dass die Holzfasern aus verantwortungsvollem Anbau stammen. Dabei stellt die regional oft eingeschränkte Verfügbarkeit sowohl von recycelten als auch von zertifizierten Papierprodukten weiterhin eine Herausforderung für die Beschaffung dieser Materialien dar. Wir sind überzeugt, dass die Bedeutung neuer Verpackungsmaterialien wie Bioplastik in Zukunft zunehmen wird. Daher prüfen wir regelmäßig deren Einsatzmöglichkeiten.

Ziele zur Reduktion des Verpackungs-Fußabdrucks für Konsumentenprodukte

1. Vermeidung von Verpackungsabfällen durch Entwicklung leistungsstarker Verpackungslösungen bei kleinstmöglichem Materialeinsatz.

Verpackungsmaterial zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden ist der beste Weg um Müll und somit negative Umweltauswirkungen zu minimieren. Daher ist es unser Ziel, vollständig auf Verpackungsmaterial zu verzichten soweit dieses nicht unbedingt erforderlich ist.

Wir sind kontinuierlich bestrebt, die Menge an Verpackungsmaterial in dem gesamten Produktlebenszyklus zu reduzieren, ohne die Qualität, Leistung oder Hygiene unserer Produkte zu beeinträchtigen. Die Verpackungen sind so gestaltet, dass sie mit kleinstmöglichem Materialeinsatz die vom Konsumenten erwartete Leistung erbringen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten unsere Verpackungsingenieure eng mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen, damit führende Designtechniken, moderne Produktionstechnologien und fortschrittliche Materialien in den Entwicklungsprozess einfließen können. Zum Beispiel kooperieren sie kontinuierlich mit externen Forschungseinrichtungen, um neue Verpackungsformate zu entwickeln, die dem Konsumenten mit weniger Material gleich bleibende Qualität bieten.

2. Einsatz von 100 Prozent recycelbaren Verpackungsmaterialien bis 2015 – für Märkte mit regionalen Sammel- und Recyclingsystemen.

Da der Großteil der Verpackungen nach Gebrauch zu Haushaltsabfällen wird, suchen unsere Verpackungsentwickler kontinuierlich nach intelligenten Verpackungslösungen, die das Abfallaufkommen auf Konsumentenseite reduzieren. Um geschlossene Kreisläufe aufzubauen, sollen die Materialien unserer primären, sekundären und tertiären Verpackungen nach ihrer Verwendung als Ressource für Recycling, Wiederverwendung oder Energierückgewinnung nutzbar sein.

Daher setzen wir auf Verpackungsmaterialien, für die öffentliche Recycling Systeme existieren beziehungsweise die mit den jeweiligen regionalen Sammel- und Recyclingsystemen kompatibel sind. Wir unterstützen zum Beispiel lokale Sammelsysteme wie den "grünen Punkt", der es unseren Kunden ermöglicht, Verpackungen auf einfache Weise zu recyceln. Dabei konzentrieren wir uns grundsätzlich auf Monomaterialien, die besonders effizient recycelt werden können.

Zudem informieren wir Kunden und Konsumenten über die Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien. Wir kennzeichnen alle Verpackungen entsprechend und weisen die hauptsächlich verwendeten Materialien und ihre Recyclingfähigkeit aus. Wir arbeiten zudem eng mit Lieferanten und Industriepartnern zusammen, um die Menge an Sekundärverpackung (Umverpackungen) zu reduzieren – zum Beispiel in der Form von wiederverwertbaren Transportcontainern.

3. Bis 2015 Einsatz von 100 Prozent recyceltem Papier- und Kartonmaterial oder – wo erforderlich – von Frischfasern, die zu 100 Prozent aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

Wir glauben, dass Recyclingmaterialien – ebenso wie Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen – in Zukunft eine immer wichtigere Rohstoffquelle darstellen werden. Wir streben daher an, den Einsatz von wiederverwerteten und recycelten Materialien so weit wie möglich zu erhöhen – ohne Qualität und Leistung unserer Produkte zu beeinträchtigen.

Papierbasierte Verpackungen bieten sehr viele Vorteile. Im Hinblick auf das Verpackungsdesign sind sie sowohl strukturell als auch graphisch am vielfältigsten, und sie können für ein sehr breites Produktsortiment verwendet werden. Zudem zeichnen sie sich durch eine hohe Materialfestigkeit aus und sind in Produktion, Vertrieb und Vermarktung einfach zu handhaben. Sie sind kostengünstig und werden von Konsumenten sehr oft als eine umweltfreundliche Alternative wahrgenommen. Der größte Vorteil von papierbasierten Verpackungen ist ihre Recyclingfähigkeit; daher spielen sie eine wichtige Rolle für unsere primären, sekundären und tertiären Verpackungen.

Derzeit bestehen unsere Papierverpackungen zu ungefähr 50 Prozent aus recyceltem Papier- und Kartonmaterial. Wir streben an, dass bis 2015 die Papierverpackungen unseres gesamten Produktportfolios entweder aus recycelten Materialien bestehen oder – wenn Frischfasern erforderlich sind – aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen. Aktuell stellt die regional oft eingeschränkte Verfügbarkeit sowohl von recycelten als auch von zertifizierten Papierprodukten allerdings eine Herausforderung für die Beschaffung dieser Materialien dar.

4. Kontinuierliche Überprüfung, wo der Einsatz von Biokunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie steht.

Wir sind überzeugt, dass Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe – ebenso wie Recyclingmaterialien – in Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen werden. Wir arbeiten daran – soweit technisch möglich – den Anteil an Verpackungsmaterialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe kontinuierlich zu erhöhen. Wichtig dabei ist, dass die Materialien verantwortungsvoll bezogen werden können. Das heißt, dass ihre Produktion keine negativen Auswirkungen auf die natürlichen Ökosysteme hat und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie steht.

Die heutzutage am weitesten verbreiteten Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind Papier- und Kartonverpackungen. Wir wollen den Einsatz dieser Materialien kontinuierlich erhöhen (siehe auch Ziel 3). Zudem testen und bewerten wir neue Verpackungsmaterialien wie zum Beispiel Biokunststoffe. Polymere, die auf nachwachsenden Rohstoffen anstelle von Erdöl basieren, sind seit kurzem auch für den Konsumgütermarkt verfügbar. Die Kunststoff-Polymere dieser Materialien basieren auf Rohstoffen, die aus pflanzlichen Quellen wie zum Beispiel Zuckerrohr oder Mais gewonnen werden. In vielfacher Weise gelten sie als umweltverträglicher als herkömmliche Kunststoffe. Vorausgesetzt, dass sie die gleiche technische Leistung wie konventionelle Polymere erbringen, können sie eine gute Alternative darstellen und langfristig ökonomische Vorteile bieten.

Wir arbeiten gemeinsam mit externen Partneruniversitäten, Rohstofflieferanten und Weiterverarbeitern, um mögliche biobasierte Materialien zu identifizieren und setzen uns aktiv für deren Weiterentwicklung ein. Zusammen bewerten wir, wo der Einsatz von Biopolymeren als Verpackungsmaterialien unter technischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Mit Hilfe von Lebenszyklusanalysen stellen wir die geringeren Umweltauswirkungen im Vergleich zu rohölbasierten Materialien sicher.

5. Monitoring der Entwicklungen im Bereich der biologisch abbaubaren Kunststoffe; aktive Suche nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.

Biologisch abbaubare Kunststoffe können entweder zu 100 Prozent auf erneuerbaren Rohstoffen basieren oder auf einer Mischung mit mineralölbasierten Materialien. Idealerweise werden die erneuerbaren Materialien unter nachhaltigen Anbaumethoden produziert, so dass sie wieder in natürliche Bestandteile zerlegt werden können.

Leider sind biologisch abbaubare Kunststoffe bis jetzt nicht in der Lage die hohen Anforderungen zu erfüllen, die wir an unsere Verpackungsmaterialien im Hinblick auf zuverlässigen Produktschutz, Qualität, Kaufanreiz und Wertigkeit stellen. Ein Problem ist ihre begrenzte Lebensdauer. Für unsere Konsumgüter müssen wir zusätzlich zur Verbrauchszeit eine Haltbarkeit von einigen Jahren garantieren. Dies ist mit biologisch abbaubaren Kunststoffen bisher nicht zu erzielen. Auch technische Aspekte wie Formbarkeit und -stabilität bedürfen noch der Optimierung. Zudem sind einige Materialien nicht mit den bestehenden Recyclingsystemen kompatibel. Dennoch verfolgen wir die Entwicklung auf diesem Sektor aufmerksam und suchen aktiv nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.

6. Wo technisch möglich: Vollständiger Verzicht auf PVC als Verpackungsmaterial bis 2015. Bereits heute setzen wir PVC-Materialien nur noch in wenigen Ausnahmen ein – auf sie entfällt weniger als ein Prozent der weltweiten Verpackungsausgaben.

PVC (Polyvinylchloride) gilt häufig als kritischer Stoff in Verpackungsmaterialien, da diese in einigen Ländern nicht über ein offizielles Recycling System gesammelt sondern ohne die Verwendung industrieller Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Dadurch können Emissionen generiert werden, die eine mögliche Gefährdung für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstellen.

Henkel begann bereits in den 1990er Jahren, die Verwendung von PVC in Verpackungen zu reduzieren. Heute verwenden wir PVC nur noch in wenigen Ausnahmen, für die wir bis jetzt noch keine funktionsfähige Alternative gefunden haben. Insgesamt machen PVC-haltige Materialien mittlerweile weniger als ein Prozent der weltweiten Verpackungsausgaben aus. Unsere Verpackungsingenieure arbeiten weiterhin eng mit unseren Verpackungslieferanten zusammen, um alternative Materialien zu finden.

Wir verpflichten uns dazu, bis 2015 in unseren Konsumgüterverpackungen auf PVC zu verzichten, wo immer dies technisch möglich ist. Fortschritte hinsichtlich dieses Ziels verfolgen wir aktiv innerhalb unseres Produktentwicklungsprozess.

Beispiele für Nachhaltigkeit in unserer Verpackungsentwicklung

Bild Schauma

Schauma – optimierte Flaschenstruktur

Wir arbeiten daran, den Materialeinsatz unserer Verpackungen ohne Qualitäts- und Stabilitätseinbußen so weit wie möglich zu verringern. Durch die Optimierung der Flaschenstruktur unserer Schauma Shampoos sparen wir pro Jahr mehr als 60 Tonnen an Kunststoff.

Bild Terra, Logo the better bottle

Terra – Flasche aus 100 Prozent recyceltem Material

Wir wollen den Anteil von Recycling-Materialien stetig erhöhen. Die PET-Flaschen unserer Wasch- und Reinigungsmittel enthalten im Schnitt einen Recyclat-Anteil von 25 Prozent. Mit den Flaschen für die Spülmittel, Glas- und Badreiniger von Terra gehen wir einen Schritt weiter: Das eingesetze PET-Material besteht zu 100 Prozent aus recyceltem PET.

Bild Pritt Ecomfort Roller

Pritt Ecomfort Roller

Den Einsatz von neuen Verpackungsmaterialien wie Bioplastik prüfen wir regelmäßig. Der Pritt Ecomfort Roller ist weltweit der erste Korrekturroller, dessen Gehäuse zu fast 90 Prozent aus einem Kunststoff besteht, der aus Pflanzen gewonnen wird. Für diese Innovation hat Pritt beim "Biowerkstoff Preis 2010" den dritten Platz erreicht.

Bild Ponal Weißleim in der Eco-Design Box

Ponal Weißleim in der Eco-Design Box

Wir suchen kontinuierlich nach Möglichkeiten, den Einsatz von recycelten und recycelbaren Materialien für unser gesamtes Sortiment zu erhöhen. Zum Beispiel haben wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden die neue "Eco-Design Box" für unseren Ponal Super 3 Weißleim entwickelt. Die neuartige Karton-Kunststoff-Verpackung ist eine extrem stabile, versandfertige Verpackung, die im Vergleich zur typischen Eimer Verpackung mit circa 60 Prozent weniger Kunststoff auskommt und zudem vollständig recycelbar ist.

Transportverpackungen

Transportverpackungen werden so entwickelt, dass Paletten und Container optimal gepackt werden können. Grenzen für die Reduktion der Transport- und Umverpackungen setzen dabei die Anforderungen an Transportsicherheit und -auslastung. Denn um den unbeschadeten Transport unserer Produkte zu gewährleisten und unsere Lastkraftwagen und Güterwagons hinsichtlich Volumen und Gewicht optimal packen zu können, ist eine Stabilität des eingesetzten Packmaterials erforderlich. Für industrielle Kunden stehen Mehrwegsysteme zur Verfügung, zum Beispiel wiederverwertbare Transportcontainer und Umverpackungen. Ein Beispiel ist das Rücknahme-Programm für Kunststoffbehälter zum Transport von Industrieklebstoffen in den USA, welches Henkel 2010 gemeinsam mit der National Container Group (NCG) ins Leben gerufen hat.

Entsorgung

Die Verpackungen unserer Markenprodukte werden nach Gebrauch zu Haushaltsabfällen. Um das Abfallaufkommen zu senken, versuchen wir den Materialeinsatz so weit wie möglich zu reduzieren und setzen auf Materialien, für die öffentliche Recycling-Systeme bestehen. Allein in Deutschland konnten wir so das Volumen unseres Verpackungsmaterials seit den 1980er Jahren um rund die Hälfte senken. Da Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflegeprodukte nach ihrem Gebrauch ins Abwasser gelangen, sind sie von Henkel in ihrer Zusammensetzung so konzipiert, dass ihre Anwendung die aquatische Umwelt nicht beeinträchtigt. Abwässer aus chemisch-technischen Anwendungen werden zum Entfernen von Schadstoffen nach dem Stand der Technik behandelt und fachgerecht entsorgt.

Global Packaging Project

Seit 2010 beteiligt sich Henkel am „Global Packaging Project“ (GPP) des „Consumer Goods Forum“. Ziel des Projekts ist die Definition von einheitlichen Bewertungsprozessen und Kennzahlen, mit denen Verpackungslösungen im Hinblick auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen analysiert werden können. Neu entwickelt hat der GPP 2011 den so genannten packCheck. Hierbei handelt es sich um eine einfache, online-basierte Anwendung. Verpackungsentwickler können in wenigen Schritten analysieren, wie eine geplante Verpackungsinnovation oder -änderung mit Blick auf die vom GPP definierten Kennzahlen abschneidet.

Weiterführende Links

Global Packaging Project

Henkel-Verpackungs-Fußabdruck 20111

Grafik Henkel-Verpackungs-Fußabdruck 2011
1 Rund 505.000 Tonnen (geschätzt; basierend auf den Ausgaben für Verpackungsmaterialien).

Letzte Aktualisierung: 8. März 2012